Nur das Katalogmaß
Eine Baugröße wird gewählt, bevor die Anwendung klar ist – das passt selten exakt.
Wissen · Vertiefung
Eine gute Auslegung beginnt nicht beim Katalog, sondern bei Ihrer Anwendung. Diese Seite zeigt, welche Angaben zu Kraft, Hub, Geschwindigkeit, Einschaltdauer und Umgebung einen kundenspezifischen Elektrohubzylinder wirklich bestimmen – und welche davon Sie für eine erste Anfrage schon kennen müssen. Den Rest klärt S+R.
Sie müssen einen Elektrohubzylinder nicht bis ins Detail spezifizieren, um anzufragen. Entscheidend ist die Anwendung: Was soll bewegt werden, wie schnell, wie oft und unter welchen Bedingungen? Aus diesen Angaben leitet S+R Kraft, Hub, Spindel, Schutzart und Steuerung ab – inklusive Sicherheitsfaktor und Lastfall. Eine grobe, ehrliche Beschreibung ist mehr wert als ein exaktes, aber unpassendes Katalogmaß.
Grundsatz
Ein Katalogmaß beschreibt ein Produkt, nicht Ihre Aufgabe. Dieselbe Kraft kann – je nach Einschaltdauer, Umgebung, Lastfall und Einbaulage – völlig unterschiedliche Elektrozylinder erfordern.
S+R legt Elektrohubzylinder vom Lastfall her aus, nicht von einer Standardgröße rückwärts. Deshalb ist die genaue Beschreibung der Anwendung der schnellste Weg zu einer passenden Lösung: Aus „was bewegt sich wie oft und wohin“ ergeben sich Spindel, Motor, Schutzart und Steuerung – als modifizierter Standard oder als kundenspezifischer Linearantrieb. Eine erste Einordnung gelingt oft schon mit wenigen Stichworten; die technische Feinauslegung übernimmt S+R im Anschluss.
Auslegungsdaten
Sie müssen nicht jeden Punkt exakt beantworten. Schon eine grobe Angabe je Zeile hilft S+R, die richtige Bauform, Spindel und Schutzart einzugrenzen.
Maximale Druck- und/oder Zugkraft, die der Zylinder dauerhaft aufbringen muss – oft genügt das ungefähre Lastgewicht statt einer fertigen kN-Zahl. Daraus ergeben sich Spindel, Motor und Baugröße. Den Sicherheitsfaktor rechnet S+R dazu.
Der nutzbare Verfahrweg von der eingefahrenen bis zur ausgefahrenen Position. Der Hub beeinflusst Baulänge, Knickbelastung und Führung; bei langen Hüben wird die mechanische Auslegung wichtiger.
Wie schnell die Bewegung ablaufen soll (mm/s) oder wie lange ein Hub dauern darf. Geschwindigkeit, Last und Einschaltdauer entscheiden zwischen Kugel- und Trapezgewinde.
Wie häufig und wie lange der Zylinder in Bewegung ist (Zyklen pro Stunde, Prozent ED). Sie bestimmt Wärme, Spindelwahl und Lebensdauer – realistische Zyklen sind hier wichtiger als ein Wunschwert.
Drückend oder ziehend, statisch oder dynamisch, mit Stößen oder Querkräften? Der Lastfall beeinflusst Führung, Befestigung und Sicherheitsfaktor.
Horizontal, vertikal oder geneigt. Bei vertikalem Einbau spielen Eigengewicht, Selbsthemmung und eine mögliche Haltebremse eine Rolle.
Innen oder außen, trocken oder feucht, Chemie, Lebensmittel, Salz. Die Umgebung bestimmt Werkstoff, Dichtungskonzept und Schutzmaßnahmen.
Staub, Spritz- oder Strahlwasser, Abwaschbarkeit. Die genaue IP-Klasse müssen Sie nicht kennen – die Umgebungsbeschreibung reicht, S+R leitet Schutzart und Bauform (z. B. Faltenbalg) ab.
Betriebs- und Umgebungstemperatur. Sie beeinflusst Schmierstoff, Dichtungen und gegebenenfalls die Elektronik.
Staub, Späne, abrasive Medien. Daraus ergeben sich Abstreifer, Faltenbalg und der Wartungsbedarf.
Reicht ein Endschalter, oder brauchen Sie Positionsrückmeldung, Gleichlauf oder definierte Zwischenpositionen? Möglich sind Endschalter, Potentiometer, Geber und Positioniersteuerung; die Position kann als 0–10 V oder 4–20 mA an Ihre Steuerung übergeben werden.
Wie gut ist der Zylinder später erreichbar? Einbaulage, Platz und Zugang entscheiden über Wartbarkeit, Ersatzteile und Retrofit-Fähigkeit.
Anfrage
Links steht, was Sie für eine erste Einordnung mitbringen sollten. Rechts steht, was S+R im Rückruf gemeinsam mit Ihnen technisch klärt.
Was bewegt wird und was die Maschine tun soll.
Lastgewicht oder Größenordnung der Kraft genügt.
Ungefährer Verfahrweg und gewünschtes Tempo.
Wie oft pro Stunde, Dauer- oder Taktbetrieb.
Innen/außen, feucht, Reinigung, besondere Medien.
Neuanlage, Serie oder Ersatz/Retrofit; ggf. Stückzahl.
Rechnet S+R aus Anwendung und Norm.
Kugel- oder Trapezgewinde nach Geschwindigkeit und ED.
IP-Klasse und Dichtungskonzept aus der Umgebung.
Klemmenkasten, 0–10 V / 4–20 mA, Steuerungsanbindung.
Einbaumaße, Befestigung, Anschlüsse – gerne per Zeichnung.
Auslegung auf Zyklen, Service- und Ersatzteilstrategie.
Vorauswahl
Die häufigsten Stolpersteine entstehen nicht aus fehlendem Wissen, sondern aus der falschen Reihenfolge: erst die Baugröße, dann die Anwendung.
Eine Baugröße wird gewählt, bevor die Anwendung klar ist – das passt selten exakt.
Eine kN-Zahl ohne Richtung, Stoß und Sicherheitsfaktor führt zu Unter- oder Überdimensionierung.
Dauer- und Taktbetrieb werden wie Einzelhübe behandelt – Wärme und Verschleiß steigen unbemerkt.
Schutzart, Temperatur und Verschmutzung tauchen erst nach dem ersten Ausfall auf.
Hohe Geschwindigkeit mit selbsthemmendem Trapezgewinde – oder umgekehrt – kostet Lebensdauer oder Funktion.
Der Zylinder passt, ist aber im Einbau später kaum wartbar oder tauschbar.
Praxis
Je nach Anwendung steht ein anderer Auslegungswert im Vordergrund – von Schwerlast im Stahlwasserbau bis zum Retrofit im Maschinenbau.
Lange Hübe, hohe Kräfte, Wasser und Korrosion bei niedriger Geschwindigkeit. Entscheidend sind Lastfall, Schutzart und Werkstoff – nicht die letzte Nachkommastelle der Kraft.
Schnelle, häufige Bewegungen mit definierter Position. Entscheidend sind Einschaltdauer, Kugelgewinde, Geber und die Anbindung an die Steuerung.
Reinigung, Edelstahl, Medienfreiheit und Nachvollziehbarkeit. Entscheidend sind Schutzart, Werkstoff und eine saubere, dokumentierte Schnittstelle.
Ersatz für Hydraulik oder Pneumatik im vorhandenen Einbauraum. Entscheidend sind Einbaumaße, Schnittstelle und die steuerungsoffene Anbindung an die bestehende Anlage.
FAQ
Eine Beschreibung der Anwendung, die ungefähre Kraft oder Last, Hub und Geschwindigkeit, der Bewegungsablauf und die grobe Umgebung. Daraus erstellen wir eine erste Einordnung; die genaue Auslegung folgt im Rückruf.
Nein. Eine Näherung oder das Lastgewicht genügt. Sicherheitsfaktor und Lastfall rechnet S+R; eine zu exakte, aber falsch angenommene Zahl hilft weniger als eine ehrliche Größenordnung.
Sehr wichtig. Sie bestimmt Wärme, Spindelwahl und Lebensdauer. Geben Sie lieber realistische Zyklen oder Prozent ED an als einen Wunschwert – das erspart spätere Überraschungen.
Vor allem Geschwindigkeit, Einschaltdauer, Wiederholgenauigkeit und ob Selbsthemmung gewünscht ist. Die Grundlagen dazu stehen in der Wissensübersicht im Abschnitt zu Kugel- und Trapezgewinde.
Ja. Beschreiben Sie Feuchte, Reinigung, Außeneinsatz, Staub oder Chemie. Daraus leiten wir IP-Schutzart und Bauform – etwa Faltenbalg oder Edelstahl – ab.
Beim Retrofit zählen vor allem die vorhandenen Einbaumaße, die mechanische Schnittstelle und die bestehende Steuerung. S+R ersetzt steuerungsoffen, sodass der elektrische Zylinder in die laufende Anlage passt.
Kraft, Hub, Bewegung und Umgebung in Stichworten genügen für den Einstieg. S+R klärt die technische Auslegung im Rückruf – vom modifizierten Standard bis zum Schwerlast-Sonderzylinder.